13. Tagesbericht

15. August 2010

Pünktlich um 5:17 Uhr waren wir alle wach und nahmen stehend und schlotternd unser Frühstück ein. Der heisse Kaffee tat nach dieser unerwartet kalten Nacht gut. Während es auf dem Zeltplatz noch grau war, erhellten erste Sonnenstrahlen das Weltwunder, dessen schiere Grösse kaum zu fassen ist. Als endlich alle Zelte abgebaut waren, machten wir uns auf die grosse Wanderung. Alle blieben ehrfürchtig stehen, als wir zum ersten Mal den Fuss auf die Mauer gesetzt hatten. Wir konnten uns zwischen zwei Wanderungen entscheiden, einer kurzen einstündigen und einer längeren zwei- bis dreistündigen. Selbstverständlich wählten alle Schweizer die längere Variante. Es ging auf unterschiedlich hohen Stufen (die höchsten waren gegen einen halben Meter hoch) hinauf und hinab, von Turm zu Turm; alle haben einen Namen. Die Umgebung war atemberaubend und die Sicht zu dieser frühen Morgenstunde in alle Richtungen auf die endlosen, menschenleeren Hügel ausserordentlich gut; in früheren Zeiten dürfte vor allem die Sicht nach Norden von Interesse gewesen sein!

Völlig erschöpft kamen wir ins Tal zurück und genossen ein letztes Mal die Gastfreundschaft der liebenswerten Bauernfamilie.

Nach unserer Rückkehr stand noch ein Besuch auf dem berühmten auf dem Programm. Im Bus gab uns Sara Enstedt noch einen Crashkurs im Feilschen: der schliesslich zu bezahlende Preis sollte nicht mehr als 20% des vom Händler vorgeschlagenen Preises betragen; ausserdem sollte man die Händler die Angebote machen lassen und erst ein eigenes Angebot machen, wenn der heruntergehandelte Preis in einer vernünftigen Grössenordnung liegt. Wir nahmen uns die Tipps zu Herzen und kauften den Markt praktisch leer!

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