14. Tagesbericht

4. August

Beni Muhl berichtet:

Die letzte Chinesischstunde stand ganz im Zeichen der Kalligraphie. Längst nicht alle Chinesen beherrschen die Kunst des Schreibens mit Pinsel und schwarzer Tinte, in die wir heute einen Einblick erhielten. Nach einer Demonstration unserer Chinesischlehrerin, die immer wieder betonte, dass sie dieses schwierige Handwerk nur rudimentär beherrsche, durften wir alle selber unsere Namen auf Chinesisch nach einer Vorlage der Lehrerin abschreiben. Dass es sehr viel Übung braucht, bis ein ansehnliches kalligraphisches Bild entsteht, begriffen wir spätestens, als wir den Pinsel selbst in die Hand genommen hatten.

„I’m a Barbie girl in a Barbie world, life in plastic, it’s fantastic.“ Auch wir fühlten uns in einer künstlichen Welt, als wir kurz vor Mittag ein Gebäude namens „Party World“ betraten und zu Aquas „Barbie world“ KTV (Karaoke) sangen. Unsere Amerikaner hatten das Mikrofon bereits fest in der Hand, als wir Schweizer noch zögerlich an unserem chinesischen Icetea nippten. Nach und nach lösten sich aber die Hemmungen und der ganze Raum rappte zu Eminem. In diesem Party-Tempel stehen ca. 60 modernst ausgerüstete Räume für je 10 bis 20 Personen zur Verfügung, die von den Karaoke-verrückten Chinesen zu jeder Tages- und Nachtzeit gemietet werden können.

Nach dem Mittagessen in einem kantonesischen Restaurant erhielten wir einen Einblick in die chinesische Teekultur. Kunstvoll demonstrierten uns drei Expertinnen, wie verschiedene Teesorten wie z. B. Jasmin-, Litschi- und Rosenblättertee zubereitet und getrunken werden.

Man zeigte uns auch, wie das Tässchen in die Hand genommen werden muss; Frauen halten es nicht gleich wie Männer. Das Zelebrieren der Zubereitung faszinierte alle (siehe Bild).

Am späten Nachmittag folgte ein Besuch in einem Akrobatiktheater: „The Flying Acrobats“ zeigten eine tolle Aufführung. Lichtshow und aufwändige farbenfrohe Kostüme sowie dröhnende Musik machten das perfekt beherrschte Spiel der Akrobaten mit ihrem Körper noch abwechslungsreicher.

So ging der letzte offizielle Tag der Tour im strahlenden, sich in den Hochhäusern spiegelnden Abendrot zu Ende.

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