8. August 2010
Auch am letzten Tag der Konferenz wurde am Morgen in den meisten Komitees noch hart gearbeitet. Im 4. Tagesbericht hatten wir schon einige Komitees vorgestellt, im Folgenden seien noch Eindrücke aus weiteren Komitees geschildert:
Sara (auf dem Bild im Gespräch mit einer chinesischen Kollegin) vertrat Kanada in der NATO, dort wurde unter anderem über die mögliche Erweiterung der Organisation gesprochen (sollen Mazedonien, die Ukraine und Georgien aufgenommen werden?). In einem packenden „Spiel“ wurden Krisenszenarien durchgespielt: Die Spannungen zwischen Russland und Georgien verschärfen sich wieder einmal, eben hat Radio Moskau drohende Worte verlauten lassen. Die Mitglieder der NATO müssen sich in kürzester Zeit auf eine angemessene Strategie einigen.
Luzia arbeitete in der UNCND (United Nations Commission on Narcotic Drugs). Da wurde über eine von einer Ländergruppe eingebrachte Resolution zur Opiumproduktion in Afghanistan diskutiert und gestritten. Vorgeschlagen im Entwurf wurden unter anderem stärkere Kontrollen der Grenzen von Afghanistan und westafrikanischer Länder mit einem grossen Schwarzmarkt, mehr Aufklärung in Afghanistan über die Konsequenzen der Opiumproduktion sowie mehr Weltbank-Geld für die afghanische Regierung für den Kampf gegen die Drogen. Insbesondere der letzte Punkt wurde von verschiedenen Delegierten sofort ins Visier genommen, die Korruption der afghanischen Regierung sei doch sprichwörtlich.
Die OAS (Organization of American States), in welcher Simone Kanada vertrat, war heute mit ihrer Arbeit etwas vorzeitig fertig. Die Leiterin (chair) des Komitees liess dann in lockerer Atmosphäre Auszeichnungen vergeben. Die Delegierten bestimmten die Kategorien selber (zum Beispiel: bestangezogene Delegierte, fleissigster Zettelschreiber unter den Delegierten …) und konnten Kolleginnen und Kollegen nominieren; mit Mehrheitsentscheid wurde gekürt. Die lockere und fröhliche Stimmung bei diesem „Wettbewerb“, wo fast jede und jeder mindestens einen mehr oder weniger ehrenvollen Pokal gewann, zeigte, wie gut sich die Delegierten dank der gemeinsamen Arbeit nach den wenigen Tagen schon kannten und sich gegenseitig auf die Schippe nehmen konnten.
Eine würdige Abschlussfeier am Nachmittag beendete die Konferenz. Eine grosse Zahl von Auszeichnungen wurde vergeben: In jedem Komitee wurden der Delegierte mit dem besten „Position Paper“ (das vor der Konferenz geschrieben und eingeschickt worden war), der beste Delegierte und ein „most outstanding“ Delegierter ausgezeichnet. Die grosse Mehrheit der Auszeichnungen ging an Chinesen und Amerikaner – einer der Ausgezeichneten ist erst 12 Jahre alt! Nicht ganz unerwartet sind alle Delegationen der schweizerischen Schulen leer ausgegangen, weil die UNO–Modell-Konferenzen, wie Alice im letzten Tagesbericht ausführte, in China und insbesondere den USA im Gegensatz zu Europa zum Schulalltag gehören.
Gegen Abend dislozierten wir, diesmal zwar mit einem grösseren Bus, aber einem nicht weniger nervösen Busfahrer, ins Zentrum von Beijing.
Wir freuen uns auf eine spannende Woche in und um Bejing!


