Alle drei Ausbildungsprofile führen zu einer eidgenössisch anerkannten Maturität. Diese Maturität erlaubt es, grundsätzlich alle Studienrichtungen aufzunehmen. Das Ausbildungsprofil sowie die getroffenen Wahlen im Schwerpunkt-, Ergänzungsfach und Kantonalem Wahlfach begünstigen oder erschweren den Einstieg in bestimmte Studien. Wer zum Beispiel ein Sprachstudium anstrebt, wird durch das Ausbildungsprofil S besser vorbereitet als durch das Ausbildungsprofil N. Umgekehrt ist jemand, der zum Beispiel Ingenieurwissenschaften studieren möchte, mit dem Ausbildungsprofil N besser beraten als mit den andern. Durch das Angebot der Wahlfächer (Schwerpunkt-, Ergänzungsfach und Kantonales Wahlfach) hat die Schülerin oder der Schüler die Möglichkeit, gewisse Kurskorrekturen innerhalb des Ausbildungsprofils vorzunehmen.
Dazu einige konkrete Beispiele:
Beispiel A
Eine Schülerin besucht die Maturitätsschule im Ausbildungsprofil M und wählt das Schwerpunktfach «Bildnerisches Gestalten». Um ein Architekturstudium an der ETH unter möglichst günstigen Voraussetzungen in Angriff nehmen zu können, wählt sie ab der dritten Klasse das Ergänzungsfach «Anwendungen der Mathematik». Um ihre Vorbereitung im naturwissenschaftlichen Bereich abzurunden, wählt die Schülerin im vierten Jahr beispielsweise das Kantonale Wahlfach Chemie oder Physik oder sogar beide Fächer.
Beispiel B
Ein Schüler besucht das Ausbildungsprofil S. Sein Ziel ist ein Elektroingenieur-Studium an der ETH. Er wählt als Ergänzungsfach Anwendungen der Mathematik und im Kantonalen Wahlfach Physik.
Beispiel C
Eine Schülerin besucht das Ausbildungs-profil S oder M und interessiert sich für ein Wirtschaftsstudium an der Universität St. Gallen. Um sich optimal darauf vorzubereiten, wählt sie nach der zweiten Klasse, in der sie eine Einführung in Wirtschaft und Recht erhalten hat, dieses Fach als Ergänzungsfach. Bei Bedarf und Interesse kann sie in der vierten Klasse das Kantonale Wahlfach im selben Fach dazu wählen.
Beispiel D
Ein Schüler besucht das Ausbildungspofil N. Sein Wunschstudium ist Biochemie an der ETH. Mit der Wahl des Schwerpunktfachs Biologie und Chemie ab der zweiten Klasse und dem Kantonalen Wahlfach Physik in der vierten Klasse hat er sich gute Startbedingungen für sein Studium geschaffen.
Beispiel E
Ein Schüler besucht das Ausbildungsprofil M, N oder S und möchte nach der Maturität an die Pädagogische Hochschule, um Primarlehrer zu werden. Für ihn empfiehlt sich, eines der zwei musischen Fächer «Bildnerisches Gestalten» oder «Musik mit Instrument» nach der zweiten Klasse als Ergänzungsfach weiter zu besuchen und evtl. in der vierten Klasse das Kantonale Wahlfach «Werken» zu belegen.
Beispiel F
Ein Schüler besucht das Ausbildungsprofil M, wählt aber ab der zweiten Klasse eine dritte moderne Fremdsprache und möchte nach der Maturität ein Sprachstudium an der Universität Zürich anstreben. Darum belegt er gleichzeitig das Latein als Freifach, mit der Möglichkeit, dieses am Ende der vierten Klasse als von den Universitäten anerkanntes «Kleines Latinum» abzuschliessen. Aus Interesse und um sein Ausbildungsprofil noch zu verstärken, wählt er ab der dritten Klasse das Ergänzungsfach Philosophie. In der vierten Klasse muss er nicht zwingend zusätzlich ein kantonales Wahlfach besuchen, da das Absolvieren des «Kleinen Latinums» ihn davon entbindet. (Wer das «Kleine Latinum» absolviert, besucht in der vierten Klasse fünf Wochenlektionen Latein. Deshalb wird ausnahmsweise dieses Freifach als Kantonales Wahlfach anerkannt.)